Archiv der Kategorie 'Tihange'

Endspurt der Petitions-Kampagne gegen Tihange und Doel

(Quelle/Text von Initiative 3 Rosen e.V.)

Wir starten mit 370.000 Unterschriften!

Nach den 50.000 bei der Menschenkette in 2017 könnte in diesem Jahr eine andere unübersehbar große Zahl des persönlichen Protestes für Aufsehen sorgen.
Unser Ziel: Bis Anfang Juli 2018 eine halbe Million Unterschriften für die trinationale Petition gegen die Rissereaktoren – denn dann soll die Übergabe an den neuen Chef der belgischen Atomaufsicht erfolgen.

Wir brauchen Hilfe von weiteren Menschen, die jetzt etwas tun wollen. Menschen, die neue Stellen auftun, wo die Unterschriften gesammelt können, die selber losgehen und bei Freunden, Nachbarn und Kollegen sammeln. Türen stehen offen und Erfolgserlebnisse sind garantiert.
Wir haben einiges vorbereitet, um auf der Zielgeraden noch mal Gas zu geben:
• Ein neuer Info-Flyer mit inhaltlichem Tiefgang (PDF)
• Die Unterschriftenliste als Druckvorlage (PDF)
• Für die Auslagestellen der Listen gibt es „Blickfänger“ (Poster und Aufsteller)
Dies alles und weitere Aktionsmaterialien (Taschen, Fensterposter, Aufkleber) könnt ihr bei uns kostenlos bestellen (PDF).

Schreibt uns an: petition[at]3rosen.eu
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Bitte jetzt mitmachen und unterzeichnen bei =>
https://www.umweltinstitut.org
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WDR • Protest gegen Tihange – „Strafanzeigen-Flut“ in Belgien


In Belgien, Deutschland und den Niederlanden haben Anti-Atom-Initiativen gegen den belgischen Staat und den Betreibern der dortigen AKW Anzeige ersttatet
– wegen unterlassener Hilfeleistung.
Die Strafanzeigen waren von einem Greenpeace Anwalt vorformuliert worden und gehen nun an die zuständige Staatsanwaltschaft. . . . . (WDR, 21.04.2018)
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Tihange: Strafanzeigen-Flut gegen belgische Störfall-AKW

(Quelle/Text von Jan Becker für .ausgestrahlt-Blog vom 18.04.2018)
„Es kann passieren, dass der Reaktor-Druckbehälter kaputt geht“, so äußert sich der Atomsicherheits-Experte Wolfgang Renneberg nach einer Fachtagung zum belgischen Atomkraftwerk Tihange-2.
Atomkraftgegner*innen starten eine „Strafanzeigen-Flut“.

Die wegen tausender Risse im Reaktorbehälter bekannt gewordenen Blöcke der belgischen Atomkraftwerke Tihange und Doel standen im Fokus einer internationalen Expert*innenkonferenz in Aachen am vergangenen Wochenende. Es trafen sich dort die internationale Vereinigung unabhängiger Nuklearexpert*innen (Inrag), der zum Beispiel der ehemalige Leiter der deutschen Atomaufsicht, Dieter Majer, und Gregory Jaczko, Ex-Chef der Atomaufsichtsbehörde der USA, angehören. Ausgewiesene Atomkraftgegner sind beide nicht.

„Nach dem jetzigen Stand der Erkenntnisse“ müsse der Reaktor Tihange-2 vorerst stillgelegt werden, heißt es in einer Erklärung, die das Netzwerk Inrag verabschiedete. Die Stahlbauteile hätten aufgrund ihrer Schwächen „nie eingebaut werden dürfen“. Sie verstoßen gegen internationale Sicherheitsmaßstäbe, so die Experten.

Das Schlimmstmögliche, was passieren kann

Auch Wolfgang Renneberg, ehemaliger Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium, hat an der Konferenz teilgenommen. In Tihange-2 könne „bei einem kleinen Abriss einer Leitung, die normalerweise kein Problem für das Kernkraftwerk sein sollte, die Sicherheitseinrichtungen dazu führen, dass der Reaktor-Druckbehälter kaputt geht“, so Rennenberg. Wenn das geschehe, „gibt es keine Sicherheitssysteme, die das noch auffangen können“. Sehr große Freisetzungen von Radioaktivität würden stattfinden, die Katastrophenschutzmaßnahmen der Behörden wahrscheinlich zu spät kommen, „weil es einfach zu schnell geht“.

Der Betreiber Electrabel und die belgische Atomaufsicht würden die Risiken ignorieren, so Renneberg. Als Konsequenz fordert er, die Lieferung von Brennelementen aus Deutschland an das belgische AKW Tihange zu stoppen. Die Rechtsgrundlage im Atomgesetz sei angesichts zahlreicher Sicherheitsbedenken gegeben.

Strafanzeigen-Flut gegen
Bröckelreaktoren

Atomkraftgegner*innen erhöhen mit einer neuen Aktion den Druck für die Stilllegung der Meiler. Die Initiative „Stop Tihange“ ruft am kommenden Samstag, 21. April, dazu auf, Anzeige gegen den belgischen Staat und den Betreiber der Pannenmeiler zu erstatten. In Belgien, Deutschland und den Niederlanden sollen vor den Polizeistationen in Namur, Tongeren und Eupen parallel Aktionen stattfinden. Gemeinsam mit anderen Initiativen und einem Juristen sei ein Anzeigentext erarbeitet worden, der „unbedenklich“ sei.
„Es kann niemandem ein Nachteil daraus entstehen, dass man die Anzeige erstattet“, so Jörg Schellenberg vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie. Ziel der Aktion sei die „sofortige Stilllegung der maroden und gefährlichen Bröckelreaktoren“.
(Quelle/Text von Jan Becker für .ausgestrahlt-Blog vom 18.04.2018)

Treffpunkte für die deutschen Teilnehmer*innen an der
Aktion „Strafanzeige“:

13.00 Uhr Welthaus Aachen, An der Schanz 1, 52064 Aachen
Wir fahren von dort gemeinsam mit Privat-PKW nach Eupen.
Mitfahrgelegenheiten und –angebote bitte unter Mitfahren@anti-akw-ac.de erfragen oder abgeben
14.00 – 17.00 Uhr Polizeiwache Eupen, Herbesthaler Straße 12, 4700 EUPEN Abgabe der Anzeigen und Information der Öffentlichkeit
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WDR • Atomenergie-Experten zu Tihange


In Aachen findet derzeit ein internationales Treffen von Nuklearwissenschaftlern statt
– ganz in der Nähe des umstrittenen belgischen Atomkraftwerks Thiange. Die dortigen Atommeiler Thiange 2 und Doel 3 treiben Experten schon seit Längerem die Sorgenfalten ins Gesicht. Eine gemeinsame Erklärung der Forscher weist nun erneut auf die prekäre Sicherheitslage der Reaktoren hin und fordert zum Handeln auf. . . . . (WDR, 13.04.2018)

Darum bitte die Petition unterzeichnen:

Gegen den Weiterbetrieb der belgischen
Rissereaktoren Tihange.2 und Doel.3

=> https://www.change.org

Das Video zeigt: Auch Jülich und der Kreis Düren wäre betroffen
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AKW Tihange, Diavorträge & Diskussion: Riskiert der neue Karlspreisträger Emanuel Macron die atomare Verseuchung von NRW ?

AKW Tihange,
Atomfabriken Gronau & Lingen
Petition: Keine Brennelemente an
Risikoreaktoren!

Bitte jetzt mitmachen und unterzeichnen bei =>
https://www.umweltinstitut.org

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Diavorträge & Diskussion mit:

• Jörg Schellenberg, Walter Schumacher (Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie)

• Stop Tihange Deutschland e.V.

• Wolfgang Abel, (“Fin du nucléaire”, Belgien)

„Wir begrüßen die Wahl von Emanuel Macron zum Karlspreisträger 2018“, so das Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie.
Wie auch der Verein Stop Tihange Deutschland e.V. erhofft sich das Anti-Atom-Bündnis, dass die Preisvergabe Druck auf den französischen Präsidenten ausübt, endlich das Atomkraftwerk Tihange in Belgien in unmittelbarer Nähe zur deutschen Westgrenze abzuschalten.

Macron ist über sein Präsidentenamt mittelbar der größte Einzelaktionär beim Energieriesen Engie, der Betreiber des AKW ist. Der französische Staat ist darüber hinaus, durch seine Anteile am Energiekonzernen EDF, ebenfalls Mitbesitzer des Kraftwerks. Die Möglichkeit hätte der französische Staatschef also allemal – nur den politischen Willen hat er bislang nicht gezeigt.



In den vergangenen Jahren hat es vielfältige Proteste gegeben.
Höhepunkt der Proteste war im Sommer 2017 eine 90 km lange Menschenkette von Tihange über Lüttich und Maastricht bis nach Aachen mit 50.000 Teilnehmern.

Aber worum genau geht es bei Tihange? Wofür steht es?
Was sind die möglichen Folgen eines atomaren Unfalls dort?
Wie stehen die belgischen Bürger zu einer möglichen Abschaltung?
Welche Rolle kann Macron theoretisch bei der Abschaltung des Kraftwerkes spielen – und ist es realistisch, dass er sich für diese Option einsetzen wird?
Welchen Beitrag kann und sollte das Aachener Karlspreisdirektorium für die Abschaltung des AKW Tihange leisten?

 

(PM)
Termine in der Region:
• 12. April 2018 • Köln • 19 Uhr • Riskiert der neue Karlspreisträger Emanuel Macron die atomare Verseuchung von NRW? • Allerwelthaus, 50823 Köln, Körnerstr. 77-79
und am
• 13. April 2018 • Bonn • 19 Uhr • Riskiert der neue Karlspreisträger Emanuel Macron die atomare Verseuchung von NRW? • Migrapolis, 53111 Bonn, Brüdergasse 16-18
sowie am
• 22. April 2018 • Aachen • 17 Uhr • Riskiert der neue Karlspreisträger Emanuel Macron die atomare Verseuchung von NRW? • DGB-Haus, 52068 Aachen, Dennewartstr. 17
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AKW Tihange • Gronau • Lingen • Neue Petition: Keine Brennelemente an Risikoreaktoren!


Tausende Risse im Druckbehälter, mangelnde Erdbebensicherheit und unzureichender Katastrophenschutz – Belgiens marode Atomkraftwerke sind ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung in Europa.
Schreibt bitte jetzt Umweltministerin Schulze, Ministerpräsident Laschet und Ministerpräsident Weil – sie müssen die Brennelemente-Exporte an europäische Risikoreaktoren stoppen und die Atomfabriken in Gronau und Lingen stilllegen!
Darum bitte jetzt mitmachen und unterzeichnen bei =>
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AKW Tihange: Riskiert der neue Karlspreisträger Emanuel Macron die atomare Verseuchung von NRW ?


mehr Infos => hier weiterlesen bei ASW
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Tihange: Umweltinstitut-München wirft Laschet Doppelzüngigkeit vor

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet scheitert mit seinem Vorhaben, die belgische Regierung dazu zu bewegen, den pannenanfälligen Atomreaktor in Tihange so zeitnah wie möglich vom Netz zu nehmen.
Dies kommentiert Dr. Philip Bedall, Referent für Atompolitik am Umweltinstitut München.

„Armin Laschet ist an Doppelzüngigkeit nicht zu überbieten. In Belgien fordert er die Stilllegung der Pannenreaktoren, doch zu Hause sabotiert er die dafür nötigen Schritte“, erklärt Dr. Philip Bedall.
„Deutschland hat eine klare und wirkungsvolle Handlungsmöglichkeit: Den Stopp der Brennelemente-Exporte nach Belgien.
Gutachten im Auftrag des Bundesumweltministeriums zeigen, dass dies nur über eine Stilllegung der deutschen Atomfabriken in Gronau und Lingen möglich ist.
Doch gerade Laschet ist als CDU-Verhandlungsführer der Fachgruppe Energie dafür mitverantwortlich, dass ein entsprechender Beschluss aus dem Koalitionsvertrag gestrichen wurde.
Statt heiße Luft aufzuwirbeln müssen der nordrhein-westfälische Ministerpräsident und die GroKo jetzt die Stilllegung der Atomfabriken einleiten.“
(PM vom 21.02.2018)
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Laschet beim „Atomgipfel“ in Brüssel: Viel heiße Luft um NiX

Dampfplauderer unter sich . . .


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Atomgipfel von Laschet und Michel in Brüssel am 20.02.2018

• Pannenreaktoren stilllegen
• Uran-Brennstoffexporte stoppen
• Keine Braunkohle, sondern Erneuerbare als Ersatz

Anti-Atomkraft-Initiativen, Anti-Braunkohle-Initiativen sowie Umweltverbände erwarten vom Spitzentreffen am Dienstag, 20.02.2018, in Brüssel zwischen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und dem belgischen Regierungschef Charles Michel konkrete Vereinbarungen zum Atomausstieg an den AKW-Standorten Tihange und Doel.

„Angesichts der gravierenden Sicherheitsprobleme in Tihange und Doel appellieren wir an den belgischen Regierungschef, die dringend notwendige Stilllegung der betroffenen Reaktoren nicht länger zu verzögern. Auch in der Sowjetunion und Japan hielt man vor Tschernobyl und Fukushima einen Super-GAU für ausgeschlossen. Doch die Ukraine, Weißrussland und Japan kämpfen bis heute mit den Folgen. Ein schwerer Reaktorunfall in Tihange oder Doel hätte verheerende Folgen für Westeuropa. Die Strahlenbelastungen in der Großregion Aachen/Brüssel/Maastricht wären vergleichbar mit denen innerhalb der 20 Kilometer Sperrzone in Fukushima,“ warnte Jörg Schellenberg vom Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie.

Von NRW-Ministerpräsident Laschet fordern die Initiativen und Verbände ein umgehendes Ende der Lieferungen von Brennelementen aus dem emsländischen Lingen sowie von angereichertem Uran aus dem westfälischen Gronau.
„Solange Deutschland durch die Lieferungen von Uran-Brennstoff maßgeblich am Weiterbetrieb der Pannenreaktoren mitbeteiligt ist, bleibt die offizielle Kritik an den Atomkraftwerken unglaubwürdig. Der Brüssel-Besuch ist ein guter Anlass, um ein Exportverbot für Uran-Brennstoff auf den Weg zu bringen,“ so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Zugleich fordern die Initiativen und Verbände von Laschet eine Kehrtwende bei seiner bisherigen Forderung, Belgien ausgerechnet extrem umweltschädlichen Braunkohlestrom als Ersatz für die Atomkraftwerke anzubieten: „Dies ist ein klimapolitisch vergiftetes Angebot, das allein dem deutschen Energieriesen RWE nutzen soll. Wir fordern, dass Ministerpräsident Laschet von seinem Braunkohle-Vorschlag Abstand nimmt und stattdessen Belgien erneuerbare Energien anbietet. Nur so ist das Exportangebot glaubwürdig und nur so lassen sich auch die selbstgesteckten Klimaziele erreichen,“ forderte Herbert Gilles von der Initiative 3 Rosen aus Aachen.

„Für schmutzige Deals zugunsten RWE und zu Lasten unserer Zukunft stehen wir nicht zur Verfügung. Herr Laschet wurde gewählt, um Zukunft zu gestalten – zwei Drittel der Menschen in NRW wollen den schnellstmöglichen Kohleausstieg. Das ist ein klarer Wählerauftrag,“ ergänzte Andreas Büttgen von der Initiative „Buirer für Buir“ aus Kerpen.
(Text: PM)
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Atomare Zeitbombe? Der belgische Pannenreaktor Tihange 1

ARD – MONITOR vom 01.02.2018

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siehe zum Thema auch =>
AKW Tihange deutlich gefährlicher als bislang bekannt
(ASW, 01.02.2018)
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AKW Tihange deutlich gefährlicher als bislang bekannt

Das Sicherheitsrisiko durch das grenznahe belgische Atomkraftwerk Tihange ist deutlich größer als bislang bekannt. Das haben gemeinsame Recherchen des WDR-Hörfunks und des ARD-Magazins MONITOR ergeben.

Den Redaktionen liegt ein Schreiben der belgischen Atomaufsicht (FANC) vor, das eine deutliche Häufung von so genannten „Precursor“-Fällen im Atomreaktor Tihange-1 belegt. Demnach hat es in den Jahren 2013 bis 2015 insgesamt acht solcher Ereignisse in Tihange-1 gegeben – das ist mehr als die Hälfte aller „Precursor“-Fälle in ganz Belgien. Bisher galten insbesondere die Reaktoren Tihange-2 und Doel-3 als besonders riskant.

Bei einem „Precursor“ (deutsch: Vorbote) handelt es sich um einen Zwischenfall in einem Atomkraftwerk, der unter bestimmten Voraussetzungen zu schweren Schäden am Reaktorkern, bis hin zur Kernschmelze führen kann.

Der ehemalige Chef der deutschen Atomaufsicht im Bundesumweltministerium, Dieter Majer, sieht darin ein Anzeichen, „dass die Anlage sicherheitstechnische Schwachstellen hat. Da müssen eigentlich bei allen Verantwortlichen die Alarmglocken angehen, sowohl bei den Betreibern in Belgien (…) und auch beim deutschen Bundesumweltministerium“, erklärt der Atomexperte.
Der Gutachter und frühere Mitarbeiter der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), Manfred Mertins, hält Tihange-1 für ähnlich riskant wie die beiden bislang in der öffentlichen Kritik stehenden Reaktoren Tihange-2 und Doel-3 und fordert, dass man auch bei Tihange-1 „darauf drängen müsste, die Anlage in überschaubarer Zeit abzustellen“.

Wegen Tausender Haarrisse in den Reaktordruckbehältern waren in den vergangenen Jahren Zweifel an der Sicherheit der Atomreaktoren Tihange-2 und Doel-3 laut geworden – insbesondere von deutscher Seite. Das AKW Tihange liegt nur rund 70 Kilometer von Aachen entfernt. Sowohl die Bundesregierung als auch die NRW-Landesregierung haben wiederholt die Stilllegung dieser Reaktoren gefordert.

Auf Nachfrage räumt das Bundesumweltministerium ein, es sei über die Anzahl der „Precursor“-Ereignisse in Tihange-1 informiert. Weiter heißt es: „Nur der zuständigen [belgischen] Atomaufsicht liegen alle notwendigen Unterlagen vor, um die Sicherheit eines AKW bewerten zu können.“

Für die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC sind „Precursor“-Analysen nicht geeignet, Rückschlüsse auf den Sicherheitszustand einzelner Reaktoren zu ziehen. Man könne „garantieren, dass der Betreiber und die FANC die Sicherheit dieses Reaktors gewährleisten“, erklärte die Behörde gegenüber dem WDR-Hörfunk und MONITOR.

Die Atomexpertin von Bündnis90/Die Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, kritisiert das Verhalten der Bundesregierung: „Wenn die Bundesregierung die notwendigen Informationen nicht einholt (…) dann vernachlässigt sie tatsächlich den Schutz der Bevölkerung“, so Kotting-Uhl gegenüber WDR-Hörfunk und MONITOR.
Die Grünen-Politikerin fordert neben umfassenden Informationen einen Stopp der Brennelemente-Lieferungen aus Deutschland an die belgischen Kernkraftwerke.
(PM von WDR vom 01.02.2018)

ARD – MONITOR vom 01.02.2018

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