Archiv der Kategorie 'Ahaus'

Unterschriftenaktion gegen Atommülltransporte: „Ahauser Erklärung“



Über 360 Menschen haben bei der Kundgebung am Sonntag, 16.09.2018, der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ in der Ahauser Innenstadt die „Ahauser Erklärung“ unterschrieben.
Sie sprechen sich damit gegen drohende Atommüll-Transporte aus Jülich und Garching nach Ahaus aus.

Außerdem fordern sie, dass die bis 2036 genehmigte Zwischenlagerung von Atommüll in Ahaus keinesfalls verlängert werden darf.
Mit der Aktion will die Bürgerinitiative in den nächsten Wochen und Monaten den Widerstand in Ahaus selbst und auch darüber hinaus verstärken.


Die „Ahauser Erklärung“ kann ab heute auch online unterzeichnet werden unter =>
www.ahauser-erklaerung.de
Die Initiative hofft auf Unterstützung nicht nur von Einzelpersonen, sondern auch von Firmen, Vereinen und Verbänden.

Die gesammelten Unterschriften sollen später an die verantwortlichen Bundesministerinnen für Umwelt und Nukleare Sicherheit sowie für Bildung und Forschung, Svenja Schulze und Anja Karliczek, übergeben werden.
„Es wird Zeit, dass sich die verantwortlichen Ministerinnen, die beide aus dem Münsterland kommen, endlich auch um die Belange dieser Region kümmern“, so der Sprecher der Bürgerinitiative, Hartmut Liebermann.
(PM)
Und Heiner Möllers ergänzte per mail: „Bei meinem Redebeitrag auf o.g. Kundgebung zur aktuellen Situation im Hambacher Forst waren ca. 300 Menschen vor Ort. Von diesen Menschen möchte ich Euch unsere solidarischen Grüße mitteilen und die Unterstützung der Ziele des Widerstandes:
STOPPT DIE RÄUMUNG, STOPPT DIE RODUNG, STOPPT DIE BRAUNKOHLEVERSTROMUNG UND DEN WEITEREN ABBAU!
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=> zum Live-Ticker von
https://hambacherforst.org

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NRW-Landeskonferenz: AntiAtom-Initiativen besorgt über atomare Risiken und Castortransporte in NRW

„Wann handelt aus NRW stammende Bundesumweltministerin Schulze endlich?“

Vergangenen Samstag (8.9.) kamen Atomkraftgegner*innen aus NRW sowie Vertreter*innen der bundesweiten Organisation .ausgestrahlt und des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) zur Anti-Atom-Landeskonferenz in Jülich zusammen.
Sie tauschten sich über die Probleme und Entwicklungen an den verschiedenen Standorten von Atomanlagen in NRW und Atomanlagen in unmittelbarer Grenznähe aus und berieten über Protestaktionen.
Konkret rufen die Atomkraftgegner*innen am kommenden Donnerstag, 13.9.2018 zu einer Mahnwache vor der Düsseldorfer Staatskanzlei auf, um auf die aktuellen Probleme in der Kohle- und Atompolitik aufmerksam zu machen.

An allen Standorten wurde deutlich, dass die aus Münster stammende Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) sich zu wenig um die atompolitischen Probleme kümmert.
So sind für Ahaus im Münsterland ab Herbst 2019 Castortransporte aus Garching und Jülich angekündigt.
Mehrere Briefe der Bürgerinitiative aus Ahaus an die Umweltministerin wurden von der Staatssekretärin unter anderem mit den Worten „Frau Bundesumweltministerin nimmt die Sorgen der in der Region lebenden Menschen sehr ernst“ abgespeist. Svenja Schulze fordert eine schnellstmögliche Räumung des ungenehmigten Jülicher Zwischenlagers – ohne sich langfristige Gedanken über die Sicherheit in Ahaus oder die ungelöste Konditionierung des hochproblematischen Atommülls zu machen. Die Umweltministerin nimmt sogar bei der Bearbeitung des Atommülls in einer US-Militäranlage die Freisetzung des radioaktiven Graphits als CO2 in die Umwelt in Kauf.
In Ahaus findet am 16.9.2018 um 14 Uhr in der Innenstadt eine Kundgebung der Bürgerinitiative statt.

Mit Blick auf die Aachener Region wird kritisiert, dass Svenja Schulze nun jeglichen Widerstand gegen die gefährlichen belgischen Riss-Reaktoren und deren Belieferung aus den Uranfabriken Gronau und Lingen aufgegeben hat, indem Sie einer befangenen Reaktorsicherheitskommission (RSK) vertraut, die die Bedeutung der gefunden Risse kleinredet, obwohl sie sich nur auf belgische Daten verlässt.

Gleichzeitig tauschten sich die Atomkraftgegner*innen besorgt darüber aus, dass am Karlsruher Institut für Technik (KIT) ganz offensichtlich an neuen Reaktortypen geforscht wird. Ein Karlsruher Forscher ist am 30.Oktober bei der Thorium-Tagung in Brüssel als Redner angekündigt. Solche Forschung konterkariert einen Atomausstieg nach Ansicht der Landeskonferenz genauso wie der unbefristete Weiterbetrieb der Uranfabriken in Gronau und Lingen.
Lediglich zur Gronauer Urananreicherungsanlage äußerte sich Frau Schulze gegenüber den Initiativen etwas ausführlicher, was offenbar daran liegt, dass Gronauer Uranoxid nun in Besitz der britischen Urananreicherungsanlage übergegangen ist und damit nicht mehr in ihrem Zuständigkeitsbereich liegt.
Die NRW-Landeskonferenz der Anti-Atomkraft-Initiativen fordert die Bundesumweltministerin auf, sich nicht länger vor den atomaren Problemen in NRW zu drücken und diese mit dem Ziel größtmöglicher Sicherheit anzugehen.

Solidarität mit dem Hambacher Forst

Nach der Landeskonferenz besuchten Atomkraftgegner*innen die Widerstandscamps und Baumbesetzungen im Hambacher Forst.
Neben praktischer Unterstützung durch Lebensmittelspenden, sowie guten Gesprächen mit den Menschen vor Ort, erklärten die Teilnehmer*innen der Landeskonferenz ihre Solidarität mit den Zielen des Widerstands:
„Stopp der weiteren Rodung des Hambacher Forsts! –
Ausstieg aus der schmutzigen Energiegewinnung durch Braunkohleverbrennung!“

Kritisiert wurde die massive Kriminalisierung des Widerstands, gefordert wird deutliches Handeln der Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, um die genannten Ziele zu verwirklichen!
Die dort zu beobachtenden polizeilichen Repressalien und teils absurden Übertreibungen was die Gewalttätigkeit angeht, kennen die Atomkraftgegner*innen von Castor-Transporten leider zu Genüge.
(PM)
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Castor-Alarm 2019

Es wird ernst: Der Betreiber des Forschungsreaktors in Garching hat bestätigt, dass im kommenden Jahr hochradioaktiver Atommüll von dort in das 700 Kilometer entfernte Zwischenlager Ahaus rollen soll. Auch in Jülich macht man sich offenbar transportbereit. . . .
. . . weiterlesen bei => www.ausgestrahlt.de/blog
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Anti-Atom-Aktivisten sind verärgert über bestellte Zugmaschinen für Abtransport des Jülicher Atommülls

Mit Verärgerung reagiert das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ auf die Meldung der Deutschen Presseagentur (dpa), dass die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) drei Zugmaschinen bestellt hat, um die in Jülich eingelagerten 152 Castorbehälter abzutransportieren.

Diese Castoren beinhalten die hoch verstrahlten Brennelemente des ehemaligen Jülicher AVR-Kugelhaufenreaktors.
Obwohl seit 2014 die Castorbehälter in einem genehmigungslosen Zustand in einem veralteten Zwischenlager auf dem Gelände des Jülicher Forschungszentrums (FZJ) lagern und zudem die Verantwortung für den Atommüll vom FZJ an die JEN „ausgelagert“ wurde, präsentieren die Verantwortlichen seit Jahren sich widersprechende und zum Teil abenteuerliche Lösungen für den künftigen Verbleib der AVR-Brennelemente.

Aus Sicht des Aktionsbündnisses „Stop Westcastor“ bieten weder eine Verbringung nach Ahaus noch eine Verschiffung nach South Carolina (USA) eine akzeptable Lösung für dieses, noch etliche uns folgende Generationen beschäftigendes verstrahltes Erbe.
Stattdessen appellierte „Stop Westcastor“ gemeinsam mit anderen Anti-Atom- und Umweltinitiativen sowie einflussreichen Politikerinnen und Politikern der Parteien DIE LINKE und Bündnis 90/DIE GRÜNEN immer und immer wieder für die Planung und Errichtung eines den neuesten Erkenntnissen für sichere Atommülllagerung entsprechenden Lagers auf dem Gelände des FZJ in Jülich.

„Diese Option, die das Verursacherprinzip berücksichtigen und gefährliche Straßen- oder Schienentransporte ausschließen soll, hat leider weder beim FZJ noch bei der JEN jemals eine ernsthafte Rolle gespielt“, kommentiert die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Marita Boslar, die aktuelle Situation. „Es ist sowohl verantwortungslos, den Atommüll den Bürgerinnen und Bürgern von Ahaus vor die Füße zu kippen, als auch den verstrahlten Abfall in die USA verschiffen zu wollen.“
Abgesehen von dem immensen Aufwand, den eine solche Verbringung nach Übersee mit all seinen Risiken erfordern würde, kann nach Informationen der Umweltinitiative „Savannah River Site Watch“ aus South Carolina nicht ausgeschlossen werden, dass das Material aus Jülich dort sogar für eine militärische Wiederverwertung aufbereitet werden könnte.

Der ehemalige Sprecher von „Stop Westcastor“, Siegfried Faust, ergänzt: „Seit Gründung unserer Initiative wird in regelmäßigen Abständen seitens des FZJ und der JEN – auf den Verbleib der Westcastoren bezogen – eine Variante nach der anderen präsentiert. Auch jetzt, im Sommer 2018 wird mit zwei sich völlig voneinander unterscheidenden Möglichkeiten die Öffentlichkeit im Unklaren gelassen.“
Da es für die Anti-Atom-Bewegung nicht vorstellbar erscheint, dass – zumal inzwischen ja laut dpa die Hardware für einen möglichen Straßentransport in Auftrag gegeben wurde – die Verantwortlichen bei der JEN keine aus ihrer Sicht endgültigen Konzepte für ihr Vorhaben, den Atommüll aus Jülich verschwinden zu lassen, in der Schublade haben.

Die Anti-Atom-Aktivistin Martina Haase macht sich zudem Gedanken über die Ankündigung, dass die für den Transport bestellten Fahrzeuge „gepanzert“ werden sollen: „Gepanzerte Fahrzeuge zur angeblichen Sicherung des Jülicher Castorenlagers hatten wir ja in der Vergangenheit schon, trotzdem möchte ich meine Frage von damals wiederholen: Wofür ist so eine Panzerung erforderlich beziehungsweise womit rechnen die Verantwortlichen bei ihren aus unserer Sicht verantwortungslosen Transportabsichten?“

Das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ fordert die JEN auf, statt ständig „Nebelkerzen“ zu zünden, endlich die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis zu setzen, was bezogen auf die Westcastoren tatsächlich geplant ist, wie viele dieser hochgefährlichen Transporte über Straßen und Autobahnen angesichts von maximal drei Transportfahrzeugen erforderlich wären und wie aus Sicht der Verantwortlichen im Fall einer Verbringung in die USA eine militärische Wiederverwertung des nuklearen Materials ausgeschlossen werden kann.
(PM von „Aktionsbündnis Stop Westcastor“ vom 31.07.2018)
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Zugmaschinen für Jülicher Atommüll-Transport sind bestellt

Die Aachener Zeitung berichtete am 29.07.2018, dass für mögliche Atomtransporte aus Jülich zur Zeit an speziellen Hochsicherheitstransportern gearbeitet wird.
Nach Angaben der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) sind bereits drei Zugmaschinen bestellt, die nach der Lieferung im August direkt gepanzert werden sollen, teilte JEN-Sprecher Jörg Kriewel mit.
Es seien die stärksten Zugmaschinen, die auf deutschen Straßen zugelassen seien. Die Ausstattung der Transportauflieger für die Castoren sei zur Zeit noch in der Entwicklung.
Die Spezialtransporter wären für einen Transport in die USA oder nach Ahaus notwendig. . . . weiterlesen bei => www.aachener-zeitung.de
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WDR • Die Zukunft des Atommülls in Jülich bleibt ungewiss

Seit 2013 ist die Genehmigung für die Aufbewahrung von 150.000 radioaktiven Kugeln im ehemaligen Forschungsreaktor in Jülich abgelaufen. Doch noch immer lagert der atomare Abfall dort.

Drei Lösungsmöglichkeiten stehen derzeit im Raum:

Der Neubau eines Zwischenlagers in Jülich. Experten gehen davon aus, dass dies neuneinhalb Jahre dauern würde.
Ein Transport in die USA. Über den Seeweg könnten die Atomkugeln dort hingebracht werden, wo sie herkommen. Doch dafür wäre auch ein Atomtransport bis zu einem Seehafen nötig.
Aufbewahrung im Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus. Die Kugeln müssten dafür quer durch NRW transportiert werden.
. . . weiterlesen bei => www1.wdr.de
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Info der Red.: Am 27.6.18 wurde bei BAFA der Antrag auf Exportgenehmigung der Jülicher Castoren gestellt, wie Minister Pinkwart im Landtag mitteilte.
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siehe auch => Unsere Forderungen in der „Westcastor-Resolution“ von 2016
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Antwort der Landesregierung NRW: Wer entscheidet über den weiteren Verbleib der Jülicher Atomkugeln?

Hier ist die Antwort der Landesregierung auf die „Kleine Anfrage 1031″ der Abgeordneten Wibke Brems, B90/DIE GRÜNEN, im Landtag NRW . . . => hier lesen (pdf)
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BI Ahaus kritisiert politische Beliebigkeit bei der Atommülllagerung

Völlig unzufrieden ist die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ über das Schreiben der Bundesumweltministerin, mit dem sie auf den Brief der BI vom 20.03.2818 geantwortet hat.

Darin hatte die BI unter zahlreichen Gesichtspunkten verdeutlicht, warum ein eventueller Transport des Atommülls aus dem Versuchsreaktor (AVR) Jülich nach Ahaus weder sinnvoll noch verantwortbar wäre.

In dem Schreiben der Ministerin wird auf keines der Argumente der BI eingegangen.
Stattdessen wird deutlich, worum es bei der Entscheidung über den weiteren Verbleib der Jülicher Brennelemente den verantwortlichen Politikern ausschließlich geht: nämlich welche der „3 Optionen“ (Neubau eines Lagers in Jülich, Transport nach Ahaus oder in die USA) am schnellsten realisierbar ist.

„Nicht die Sicherheit der Bevölkerung und der sinnvollste Weg der Entsorgung stehen im Vordergrund, sondern wie sich die Politik am schnellsten ein dringendes Problem vom Hals schaffen kann“, so der Sprecher der BI Hartmut Liebermann.
„Ein Transport nach Ahaus wäre aber keine Lösung, sondern nur ein Auf-die-lange-Bank-Schieben des Problems. Ein solches Vorgehen halten wir nicht akzeptabel für eine Bundesumweltministerin“.

In einem Antwortschreiben der BI vom 28.05.2018 wird Ministerin Schulze an ihre eigenen früheren Ankündigungen als Wissenschaftsministerin des Landes NRW erinnert: Demnach sollte der Atommüll aus Jülich nur noch einmal, nämlich in ein Endlager transportiert werden.
„Frau Schulze verfährt offenbar auch nach dem Prinzip ‚Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern?‘ “, so Felix Ruwe, Sprecher der BI.

In ihrem Schreiben hat die BI ihre Einladung an Frau Schulze bekräftigt, zu einem Gespräch über das Problem der geplanten Transporte nach Ahaus zu kommen.
(PM von BI Ahaus vom 29.05.2018)
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siehe auch => Zwischenlager in Ahaus: „Nicht einfach so weiterwursteln“. . . . Hartmut Liebermann, 69, kämpft mit der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ seit mehr als 40 Jahren gegen AKW und deren Abfall.
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Mahnwache in Düren gegen die geplanten Castortransporte nach Ahaus oder South Carolina abgehalten


Am 28. April 2018 veranstaltete das Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ in der Dürener Fußgängerzone eine Mahnwache gegen den bevorstehenden Transport von Castoren aus Jülich nach Ahaus und evtl. nach South Carolina.
Die Forderung des Bündnisses ist eindeutig: In Jülich müsse ein neues Zwischenlager gebaut werden, das auch erdbebensicher und gegen Flugzeugabstürze gesichert sei.
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Westcastor-Mahnwache am 28.04.2018 in Düren

Mahnwache am

28. April 2018 ab 11.00 Uhr

Düren, Kölnstraße/Wirtelstraße

• gegen die drohenden Castor-Transporte von Jülich nach Ahaus oder in die USA,

• für einen zügigen Neubau eines modernen Atommülllager in Jülich – gleichermaßen gegen Erdbeben und Flugzeugabstürze gesichert.
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Angesichts der ständig wiederholten Pläne der Bundesregierung und der JEN (Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen), der das Forschungszentrum und die AVR GmbH die Verantwortung für die AVR Castoren übertragen haben, diese entweder in die USA oder nach Ahaus im Westmünsterland zu schaffen, betont das regionale „Bündnis STOP Westcastor“ erneut:

Was ist mit dem Verursacherprinzip bei den AVR-Castoren?

Bei Atommülllagerung gibt es nie eine gute, sondern nur eine am wenigsten schlechte Lösung.
Und diese kann weder sein, den Strahlenmüll Regionen aufzuhalsen, die sich, wie Ahaus, von Anfang an gegen diese Technologie gewehrt haben, noch ihn in ein dubioses, vom US-Militär kontrolliertes, Atommixlager über den ganzen Atlantik nach South Carolina zu schippern.
Wieviel Anschlag- und Unfallmöglichkeiten gäbe es dabei!
Wer englisch kann, lese die Website der dortigen Bürgerinitiative Savannah Riverside Watch, deren Vertreter, Tom Clements, auch schon hier war und erklärt hat, dass niemand wisse, wie in diesem Lager mit dem strahlenden Material umgegangen wird.
Und in Ahaus könnte der Müll nicht endlagerfähig gemacht werden, müßte also, wenn dort die Genehmigung ausläuft, noch einmal zur Konditionierung transportiert werden – am Ende wieder nach Jülich???

Die Hallen in Ahaus und Jülich sind fast gleich alt und sehr ähnlich

Beim Einwendungsverfahren zu der Jülicher Halle, 1989/90, hatten wir engagierten Atomkraftgegner*innen auch schon die mangelnde Sicherung gegen Erdbeben und Flugzeugabstürze bemängelt. Das, wie alle unsere Bedenken, wurde abgetan. Und Protestaktionen in Jülich stießen auch nicht gerade auf große Zustimmung, zu technikgläubig war man dort sehr lange.
Aber nun will man plötzlich eine „strahlenfreie grüne Wiese“ und die Verantwortung nicht übernehmen?!?

Das ist ohnehin Augenwischerei:
• Ständig wird dort doch geringer radioaktiver Atommüll konditioniert – also eine Menge strahlende Partikel in die Luft und durch den Chemiekanal in den Ellebach und die Rur abgegeben.
• Der gekippte Reaktor strahlt in einer Leichtbauhalle auch noch vor sich hin.
• Und ob das durch den vertuschten schweren Unfall von 1978 verseuchte Erdreich wirklich ganz abgegraben werden kann, ist fraglich, und wo wohl wird es dann bleiben??

Es ist eine Schande, . . . .

. . . daß der Bau eines möglichst flugzeugabsturz- und erdbebensicheren Lagers am Ort der Entstehung des Strahlenmülls und der langjährigen Bejahung seiner Ursache, seit Jahren verschleppt wird!
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Kostspieliger Wettlauf entscheidet ob der Jülicher Atommüll in die USA oder nach Ahaus geht

Atombrennstoff-Kugeln aus Jülich, darunter bestrahlte sogenannte „Coated Particles“, sollen in die USA transportiert werden. Das geht aus einem Bericht des Bundesumweltministeriums hervor.
Gleichzeitig laufen die Planungen für den Transport der insgesamt 152 Castor-Behälter mit hochradioaktiven Kugel-Brennelementen in das Zwischenlager Ahaus weiter.
Zur Terrorabwehr werden derzeit besonders gepanzerte Fahrzeuge für die Atomtransporte hergestellt.
Ab September 2019 könnten die Castor-Behälter in Ahaus angenommen werden. Die Entscheidung, welche Variante zur Räumung des unsicheren Brennelemente-Lagers in Jülich gewählt wird, hängt laut BMU davon ab, welche am schnellsten umsetzbar ist, hieß es heute in der Sitzung des Umweltausschusses. . . . weiterlesen bei => www.hubertus-zdebel.de
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Hochradioaktiv in Jülich: Atommüll-Export in die USA nicht vom Tisch

Transport nach Ahaus frühestens
drittes Quartal 2019

Die Bundesregierung lässt weiterhin im Unklaren, was mit den 152 Castor-Behältern mit hochradioaktivem Atommüll in Jülich geschehen soll.

Offiziell wird weiter von den drei Optionen gesprochen:
• Neubaus eines Zwischenlagers in Jülich
• Export in die USA
• sowie Transport in das Zwischenlager nach Ahaus.
Frühestens Ende 2019, so teilt die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten Hubertus Zdebel (Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE) jetzt mit, könnte der Atommüll in das Zwischenlager Ahaus transportiert werden.
Aber noch immer sind die Planungen für einen Export des Atommülls in die USA nicht gestoppt. . . .
. . . => hier die Antwort der Bundesregierung als pdf
(PM)
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Offener Brief an Bundesministerin Schulze: Künftiger Verbleib der Kugel-Brennelemente (BE) aus dem AVR in Jülich

Zukunft des Atommüll-Lagers Ahaus (TBL-A)
Bezug: Ihre Verlautbarung vom Wochenende, erhalten per E-Mail am 19.03.18 durch Ihre Pressesprecherin

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Schulze,

am Wochenende sind verschiedene teilweise widersprüchliche Meldungen in den Medien erschienen, die den künftigen Verbleib der Kugel-Brennelemente aus dem AVR Jülich betreffen. Zur Klarstellung Ihrer Position hat uns gestern freundlicherweise Ihre Pressesprecherin Friederike Langenbruch kontaktiert und uns Ihre Stellungnahme in vollem Wortlaut übersandt. Dafür möchten wir uns bedanken. Gleichzeitig müssen wir allerdings darauf hinweisen, dass der Inhalt dieser Erklärung für uns in vielerlei Hinsicht nicht zufriedenstellend ist. Dazu möchten wir nachfolgend Stellung beziehen.

Hier zunächst noch einmal Ihre Erklärung in vollem Wortlaut:
„Die JEN Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH muss entscheiden, welche weiteren Schritte zweckmäßig sind, die Zielsetzung der aufsichtlichen Anordnung, eine unverzügliche Räumung des AVR-Behälterlagers am Standort Jülich, umzusetzen. Dafür wurden bislang drei Varianten diskutiert und geprüft: die Verbringung dieser Behälter in die USA, die Möglichkeit einer Verbringung in das Transportbehälterlager Ahaus sowie der Neubau eines Zwischenlagers am Standort Jülich.
Zur Erörterung des jeweiligen Standes dieser drei Optionen zur aufsichtsbehördlich angeordneten Räumung des AVR-Behälterlagers in Jülich finden regelmäßig Gespräche unter Leitung des für die Atomaufsicht zuständigen NRW-Landesministeriums (jetzt MWIDE) statt, an denen auch Vertreter des Bundesumweltministeriums, des Bundesforschungsministeriums, des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) und der JEN teilnehmen. Es wurden bislang keine abschließenden Festlegungen getroffen. Unter anderem sind auch die Arbeiten am Sicherungskonzept für die Option der Verbringung der Brennelemente nach Ahaus, von dem die Rahmenbedingungen für die Transportdurchführung abhängen, noch nicht abgeschlossen.
Sollte eine Verbringung nach Ahaus erfolgen, ist vor der Ablieferung zur Endlagerung im Inland kein Transport in ein weiteres Zwischenlager geplant. Die Genehmigung des Zwischenlagers in Ahaus läuft 2036 aus. Eine Verlängerung der Genehmigung für das Transportbehälterlager Ahaus wäre dann erforderlich und grundsätzlich auch möglich, bis ein Abtransport in das Endlager für hochradioaktiven Atommüll erfolgt.“

Sie schreiben, dass noch keine anschließenden Festlegungen getroffen worden seien.
Dies ergibt sich für uns vor allem aus der in Ihrer Stellungnahme nicht erwähnten Klage der Stadt Ahaus und eines Ahauser Bürgers gegen die Einlagerungsgenehmigung für die Jülicher Brennelemente ins TBL-A, die ja aufschiebende Wirkung entfaltet. Trotzdem gab es für uns in den letzten Jahren immer wieder Indizien dafür, dass von den drei genannten Varianten lediglich die der Transporte in die USA oder nach Ahaus ernsthaft verfolgt werden, nicht aber die des Neubaus einer erdbebenresistenten Lagerhalle in Jülich. Auch und gerade deshalb möchten wir auf einige Sachverhalte hinweisen:

Der Gedankengang im letzten Absatz der Stellungnahme, der sich auf die Perspektive einer Verbringung der AVR-BE nach Ahaus bezieht, ist in mehrfacher Hinsicht fehlerhaft:
• Ein direkter Abtransport von Ahaus in ein irgendwann zur Verfügung stehendes Endlager wird nicht möglich sein, weil die Kugel-BE aus Jülich nicht direkt endlagerfähig sind. Dies hängt mit der komplizierten Struktur der Kugeln, in denen Brennstoff und Moderator-Material kombiniert sind, zusammen, aber auch mit dem Tatbestand, dass niemand genau sagen kann, in welchem Zustand sich die BE in den Castor-Behältern befinden und was sich überhaupt genau in den Behältern befindet – eine Folge der schlampigen Dokumentation durch die ehemaligen Betreiber des AVR. Die Castoren müssten also in jedem Fall geöffnet und die BE bearbeitet werden.
• Eine solche Bearbeitung, welches Verfahren auch immer dafür gewählt wird, könnte nicht in Ahaus stattfinden, weil dort durch den Ansiedlungsvertrag der Stadt Ahaus mit den Betreibern des Lagers (TBL-A) die Be- und Verarbeitung von Brennelementen sowie Errichtung und Betrieb einer „Heißen Zelle“ ausgeschlossen sind.

Im Falle einer Verbringung des Jülicher Atommülls nach Ahaus müsste also in jedem Fall mindestens ein weiterer Transport stattfinden, was mit zusätzlichen Kosten und Risiken verbunden wäre.
Für die notwendige Bearbeitung der Kugel-BE sind verschiedene Techniken denkbar, alle mit Vor- und Nachteilen.
Entscheidend ist aber, dass eine solche Technik gegenwärtig an keinem Standort in Deutschland zur Verfügung steht und auch noch nicht entwickelt worden ist. Dies ist ein gravierendes Versäumnis der Betreiber des AVR, die sich niemals in verantwortbarer Weise um die Konsequenzen ihrer Arbeit gekümmert haben.
Heute versuchen sie, sich der problematischen Abfälle ihrer Arbeit durch Abtransport an einen anderen Ort zu entledigen, um das „Image“ eines modernen Forschungsstandorts Jülich nicht zu beeinträchtigen, wie es ein Aufsichtsratsmitglied des FZJ bereits vor 7 Jahren formuliert hat.
Deshalb hat man ja auch schon vor Jahren die ursprüngliche „Kernforschungsanlage Jülich (KFA)“ umbenannt in „Forschungszentrum Jülich (FZJ); mittlerweile hat das FZJ dann auch die Verantwortung für den Atommüll „ausgesourct“ an die „Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN)“. Dies ist aus unserer Sicht kein Beispiel für gesellschaftlich verantwortliche Wissenschaft, sondern das genaue Gegenteil.

Verantwortlich für das Vorgehen von FZJ und JEN ist, wie in Ihrer Stellungnahme zutreffend benannt, in erster Linie die Bundesregierung.
Nicht nur die in Ihrer Stellungnahme genannten Bundesumwelt- und Bundesforschungsministerien, sondern auch das Bundesfinanzministerium, das den Aufsichtsratsvorsitzenden stellt, wären hier zu nennen.
Es ist aus unserer Sicht unverständlich, wieso der Bund die Einrichtungen in Jülich aus ihrer Verantwortung entlässt. Wo wenn nicht dort, wo die gesamte Kugelhaufentechnologie entwickelt worden ist, soll das technisch-wissenschaftliche know-how zu finden sein, das die notwendigen Technologien zur endlagerfähigen Verarbeitung der Kugel-BE entwickelt?
Zeit genug dafür wäre gegeben angesichts der Tatsache, dass die Inbetriebnahme eines Endlagers in Deutschland wenigstens noch etliche Jahrzehnte in Anspruch nehmen dürfte.
Die Konzentration auf diese Aufgabe ist umso notwendiger, als die Variante des Exports in die USA aus Sicherheitsgründen nicht verantwortbar und zudem illegal ist.
Unsere Forderung ist von daher, dass die Kugel-Brennelemente des AVR in Jülich verbleiben sollen, in einem dort zu errichtenden neuen Zwischenlager, das den aktuellen Sicherheitsanforderungen entspricht.
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Zur Problematik des Jülicher Atommülls vgl. z.B. die zusammenfassende Darstellung von Rainer Moormann:
Das Chaos um die Kugelcastoren – Hintergründe und Lösungsansätze
; in: Strahlentelex Nr.748-749, 1. März 2018
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In dieser Forderung werden wir unterstützt nicht nur von den Bürgerinitiativen gegen Atomanlagen hier im Münsterland, sondern in ganz Deutschland – einschließlich der Aktionsbündnisse im Raum Jülich/Aachen! Auch die großen Umweltverbände wie der BUND oder der BBU stehen hinter dieser Forderung.
Nur die Verantwortlichen in Jülich scheinen seit Jahren kaum etwas zu unternehmen, um entsprechende Schritte zu unternehmen; die Option des Neubaus in Jülich scheint uns, die wir das Geschehen seit Jahren verfolgen, nur pro forma aufrechterhalten zu werden. Warum also unternimmt das Bundesumweltministerium nichts, um die JEN dazu zu bewegen, auf diesem Weg endlich energisch voranzugehen?

Sie weisen in Ihrer Stellungnahme zurecht darauf hin, dass die Genehmigung für das Zwischenlager in Ahaus im Jahr 2036 ausläuft, deuten aber zugleich die Möglichkeit einer Verlängerung dieser Genehmigung bis zu einem möglichen Abtransport in ein Endlager an. Dem muss aus mehreren Gründen energisch widersprochen werden:
• Das bestehende Lager in Ahaus wäre schon nach heutigen Standards nicht mehr genehmigungsfähig: Das OVG Schleswig-Holsteinolstein hat selbst dem Standortzwischenlager in Brunsbüttel wegen erheblicher Ermittlungs—und Bewertungsdefizite die Genehmigung versagt. Dabei weist dieses Lager einen erheblich höheren Sicherheitsstandard als das in Ahaus aus. So hat beispielsweise das Lager in Brunsbüttel eine Wanddicke von 1,20m und eine Deckenstärke von 1,30m – in Ahaus beträgt die Wandstärke im unteren Bereich ca. 0,50m, im oberen Bereich und in der Decke nur 0,20m! Das Lager müsste also heute bereits stillgelegt werden – an eine Verlängerung über 2036 hinaus sollten Sie nicht einmal denken.
• Davon abgesehen ist das heute praktizierte Konzept der Zwischenlagerung von hochradioaktiven Abfällen auf einen Zeitraum von 40 Jahren abgestellt. Dieser Zeitraum für die Zwischenlagerung ist auch im Atomgesetz eindeutig festgelegt.

Wenn nun absehbar ist, dass nach Ablauf der 40 Jahre ein Endlager nicht zur Verfügung steht, sondern nach allen seriösen Prognosen erst mehrere Jahrzehnte später, dann muss das Konzept einer Langzeit-Zwischenlagerung von Grund auf neu überdacht werden.
Das gilt sowohl für die Frage der Behältersicherheit als auch die der Lagerhallen; überhaupt muss überlegt werden, ob diese Langzeitlagerung nicht ein völlig anderes Konzept als die Lagerung von Castor-Behältern in Lagerhallen erforderlich macht.
Dazu sehen wir gerade das Bundesumweltministerium mit seinen zugeordneten Bundesämtern in der Pflicht.
Es kann nicht richtig sein, diese Überlegungen weiterhin aufzuschieben und darauf zu hoffen, dass nach Ablauf der jetzigen Zwischenlagergenehmigungen sich schon irgendeine neue Lösung finden wird. Aussitzen ist keine Lösung, sonst wird es am Ende darauf hinauslaufen, dass unter dem Zwang der Verhältnisse einfach die alten Lager weiterbetrieben werden, obwohl ihr Betrieb nicht mehr vertretbar und obendrein illegal ist – so wie es jetzt schon bei der alten Jülicher Lagerhalle der Fall ist!

Sehr geehrte Frau Ministerin Schulze,
wir haben Ihnen in aller Kürze unsere Sorgen vorgestellt und gleichzeitig Erwartungen an Sie, verbunden mit konkreten Vorschlägen, formuliert.

Wir bitten Sie, diese Anliegen ernst zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen. Gerne sind wir auch zu einem intensiveren Gespräch bereit und würden uns freuen, Sie dazu beispielsweise bei einem Ihrer nächsten Besuche im Münsterland treffen zu können. Bei der Gelegenheit würden wir gerne auch ein weiteres Problem thematisieren, nämlich die geplante Verbringung der Brennelemente aus dem Forschungsreaktor FRM II in Garching nach Ahaus, die ebenfalls inakzeptabel ist und die auch sehr viel mit verantwortungsloser Wissenschaft zu tun hat.

Mit freundlichen Grüßen
BI „Kein Atommüll in Ahaus“

(PM)
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=> . . . zur . . . Startseite/Aktuelles . . .

Jülich: Was ist mit dem Verursacherprinzip bei den AVR-Castoren?

„Gerade erst an diesem Wochenende gingen Meldungen durch die Presse, dass Bund und Land NRW sich geeinigt hätten, dass der Atommüll aus dem stillgelegten Versuchsreaktor (AVR) in Jülich nun definitiv in Ahaus gelagert werden solle.
Während verschiedene Medien diese Meldung bereits wieder dementierten, wurde sie von einer Twitter-Nachricht der Bundesumweltministerin Svenja Schulze am Samstag indirekt bestätigt.“ („20 Jahre Castor-Transport nach Ahaus • Rund 120 Menschen nahmen an Kundgebung teil“ . . . 18.03.2018 . . . http://westcastor.blogsport.de)
Zu diesem Thema schreibt Martina Haase, Aachen, am 20.03.2018 in einem Leser*innenbrief an die örtliche Presse:

Was ist mit dem Verursacherprinzip bei den AVR-Castoren?

Bei Atommülllagerung gibt es nie eine gute, sondern nur eine am wenigsten schlechte Lösung.
Und diese kann weder sein, den Strahlenmüll Regionen aufzuhalsen, die sich, wie Ahaus, von Anfang an gegen diese Technologie gewehrt haben, noch ihn in ein dubioses, vom US-Militär kontrolliertes, Atommixlager über den ganzen Atlantik nach South Carolina zu schippern.
Wieviel Anschlag- und Unfallmöglichkeiten gäbe es dabei!
Wer englisch kann, lese die Website der dortigen Bürgerinitiative Savannah Riverside Watch, deren Vertreter, Tom Clements, auch schon hier war und erklärt hat, dass niemand wisse, wie in diesem Lager mit dem strahlenden Material umgegangen wird.
Und in Ahaus könnte der Müll nicht endlagerfähig gemacht werden, müßte also, wenn dort die Genehmigung ausläuft, noch einmal zur Konditionierung transportiert werden – am Ende wieder nach Jülich???

Die Hallen in Ahaus und Jülich sind fast gleich alt und sehr ähnlich

Beim Einwendungsverfahren zu der Jülicher Halle, 1989/90, hatten wir engagierten Atomkraftgegner*innen auch schon die mangelnde Sicherung gegen Erdbeben und Flugzeugabstürze bemängelt. Das, wie alle unsere Bedenken, wurde abgetan. Und Protestaktionen in Jülich stießen auch nicht gerade auf große Zustimmung, zu technikgläubig war man dort sehr lange.
Aber nun will man plötzlich eine „strahlenfreie grüne Wiese“ und die Verantwortung nicht übernehmen?!?

Das ist ohnehin Augenwischerei:
• Ständig wird dort doch geringer radioaktiver Atommüll konditioniert – also eine Menge strahlende Partikel in die Luft und durch den Chemiekanal in den Ellebach und die Rur abgegeben.
• Der gekippte Reaktor strahlt in einer Leichtbauhalle auch noch vor sich hin.
• Und ob das durch den vertuschten schweren Unfall von 1978 verseuchte Erdreich wirklich ganz abgegraben werden kann, ist fraglich, und wo wohl wird es dann bleiben??
Es ist eine Schande, daß der Bau eines – möglichst flugzeugabsturz- und erdbebensicheren Lagers am Orte der Entstehung des Strahlenmülls und der langjährigen Bejahung seiner Ursache, seit Jahren verschleppt wird!

Wer in und um Jülich etwas für die Verminderung dieser Gefahren tun will, soll sich bitte der Forderung vom regionalen Bündnis Westcastor Stop anschließen, dass die Verantwortlichen endlich ihre Hausaufgaben machen, und die von ihnen eingebrockte Strahlensuppe selbst auslöffeln, soweit das überhaupt möglich ist.
Und die Bevölkerung sollte noch einmal nachhaken, dass die schon 2008 vom Jülicher Stadtrat geforderte Kinderkrebsstudie endlich auch um die Jülicher Strahlenquellen herum durchgeführt wird.
(Text von Martina Haase)
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