Archiv für März 2019

26. April 2019: Demo in Köln vor der deutschen Hauptverwaltung von Tihange-Betreiber Engie-Electrabel

Bitte Bild anklicken für mehr Infos:

siehe auch => .ausgestrahlt-Info: Atomkraft in Belgien

Uranfabriken: Massive Kritik an Bundestagsbeschluss

Uranfabriken: Massive Kritik an Bundestagsbeschluss/Karfreitag wieder Ostermarsch zur Gronauer Uranfabrik
Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) kritisiert massiv den Bundestagsbeschluss, dass die umstrittenen Uranfabriken in Gronau und Lingen unbefristet weiter laufen sollen. Am Donnerstag (14. März 2019) hat eine große Mehrheit der Bundestagsabgeordneten Stilllegungsanträge der Linksfraktion sowie der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt.
 
https://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Borken/Gronau/3702244-Trittin-kritisiert-Weiterbetrieb-Bundestag-lehnt-Schliessung-der-Urananreicherungsanlage-ab

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen

https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/urananreicherung-gronau-bundestag-100.html

Nach Auffassung des BBU ist der unbefristete Betrieb der Uranfabriken unverantwortlich und nicht hinnehmbar. „Die Anti-Atomkraft-Bewegung wird nicht tatenlos zusehen, wie in Gronau und Lingen weiterhin Nuklearbrennstoffe für Atomkraftwerke in aller Welt, aber auch in großen Mengen Atommüll, produziert werden“, so das Gronauer BBU- Vorstandsmitglied Udo Buchholz in einer aktuellen Pressemitteilung des BBU.

Ebenso wie Atomkraftwerke sind auch Uranfabriken mit verschiedensten Gefahren behaftet. Die Anlagen in Gronau und Lingen arbeiten beide mit der hochgefährlichen Substanz Uranhexafluorid. Beide Anlagen sind nicht gegen Flugzeugabstürze gesichert und in Gronau wird Atommüll in Containern unter dem freien Himmel gelagert. Ende 2018 sorgte die Brennelementefabrik in Lingen für Sorgen und Aufsehen, weil es dort einen Brand gegeben hat. In dessen Folge wurde die ganze Anlage für zwei Monate stillgelegt.

Mit ihrem Abstimmungsverhalten im Bundestag sind die Abgeordneten der Großen Koalition von CDU/CSU und SPD ihrer ehemaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in den Rücken gefallen.
Gutachten, die noch während ihrer Amtszeit in Auftrag gegeben wurden, belegen, dass durchaus die rechtliche Möglichkeit besteht, den Uranfabriken die Betriebsgenehmigung zu entziehen.

https://www.ippnw.de/atomenergie/at

ippnw.de/atomenergie/atomrecht/artikel/de/gutachten-uranfabriken-koennen-stil.html

Die Anti-Atomkraft-Bewegung wird sich weiterhin mit Nachdruck für die Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage und der Brennelementefabrik in Lingen einsetzen. Schon jetzt rufen unter anderem der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen und der BBU zur Teilnahme an einem Ostermarsch auf, der Karfreitag (19. April 2019) wieder vom Gronauer Bahnhof zur Urananreicherungsanlage führen wird. Auftakt ist um 13 Uhr am Bahnhof.
Zuvor treffen sich bereits am 7. April traditionell Anti-Atomkraft-Initiativen aus verschiedenen Orten zum monatlichen Sonntagsspaziergang an der Gronauer Urananreicherungsanlage. Und in Lingen wird weiterhin mit der „Lingen-Resolution“ die sofortige Stilllegung der Brennelementefabrik und des AKW Emsland gefordert.
Mit dem Elternverein Restrisiko Emsland, weiteren Initiativen aus dem Weser-Ems-Bereich und der Deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPNW) haben bereits mehr als 350 Initiativen und Verbände die Resolution unterschrieben.

https://ostermarsch-gronau.de

https://bbu-online.de/AK%20Energie/Aktuelles%20AK%20Energie/Lingen-esolution%202018.pdf

Bei ihren Protesten vernetzt sich die Anti-Atomkraft-Bewegung auch weiterhin international. „Wir setzen uns grenzüberschreitend auch für die Stilllegung der niederländischen Urananreicherungsanlage ein und arbeiten auch gemeinsam mit belgischen Anti-Atomkraft-Initiativen, um die Stilllegung der belgischen AKW zu erreichen“, so Udo Buchholz.
(PM: BBU)

Doku: „Ein strahlendes Land“

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„Dieses Crowdfunding soll einen Teil der ungedeckten Produktionskosten der Doku ‚Ein strahlendes Land‘ finanzieren.“ Marvin Oppong

Es geht auch um den Jülicher Atommüll: Die atomaren Hinterlassenschaften des Versuchsreaktor AVR.

--> zum Video bitte das folgende Bild anklicken:

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Doku: „Ein strahlendes Land“

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1.400 Menschen demonstrieren in Ahaus: Atommüll-Zwischenlager dürfen keine Endloslager werden!

Foto: atommuell-protest.de

Mit einem Demo-Zug durch die Ahauser Innenstadt und der Aufstellung von gelben X-en und schwarzen Fahnen am Zwischenlager Ahaus protestierten 1400 Menschen gegen die Zwischenlager-Politik der Bundesregierung und für einen sofortigen Atomausstieg.

Die Organisatoren der Demonstration fordern, geplante Castor-Transporte aus Garching und Jülich nach Ahaus zu stoppen und die Errichtung möglichst sicherer Zwischenlager an den beiden Standorten. Mit der Demonstration erinnerten sie außerdem an die Katastrophe von Fukushima, die vor 8 Jahren einmal mehr verdeutlich hat, dass die mit der Nutzung der Atomenergie verbundenen Risiken nicht beherrschbar sind. Neben solidarischen Grüßen an japanische AtomkraftgegnerInnen, drückten die DemonstrantInnen auch ihre Solidarität mit der russischen Umwelt-Organisation Ecodefense aus, deren Aktivist Vladimier Sliviak auf der Demo über jüngste russische Repressionen berichtete.

Foto: atommuell-protest.de


An der Demo beteiligten sich auch 80 Landwirte aus Ahaus und Umgebung mit ihren Traktoren.

„Aus Jülich sollen 152 Castoren mit Müll aus dem Versuchsreaktor AVR nach Ahaus kommen. Niemand weiß genau, was da drin ist, weil die Dokumentation Lücken aufweist“, erklärt Marita Boslar vom Aktionsbündnis ‚Stop Westcastor‘. „Statt Transporten nach Ahaus oder in die USA fordern wir die Lagerung und die langfristig nötige Umverpackung vor Ort in Jülich. Genau das wird aber vom Forschungszentrum Jülich und den zuständigen Ministerien torpediert, indem kürzlich die Zusage für das Baugrundstück nach sechs Jahren zurückgezogen wurde“, so Boslar weiter.

„Der Forschungsreaktor Garching produziert seit 2004 waffenfähigen Atommüll mit hoher Anreicherung. Jetzt ist das Abklingecken fast voll“, erklärt Dr. Hauke Doerk vom Umweltinstitut München. „Anstelle von riskanten Transporten nach Ahaus wäre es besser, den Müll direkt in Garching zu entschärfen. Die Technische Universität München muss als Betreiberin jetzt ein Verfahren zur Uran-Verdünnung entwickeln und ein sicheres Zwischenlager in Garching bauen“, so Doerk weiter.

„Wir lehnen weitere Atomtransporte nach Ahaus ab. Für eine Endlos-Zwischenlagerung sind weder die Gebäude noch die eingelagerten Behälter geeignet. Die Gebäude entsprechen schon jetzt nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik.“ erklärt Hartmut Liebermann von der Bürgerinitiative ‘Kein Atommülll in Ahaus e.V.‘. „Trotzdem wollen die Bundesregierung und die zuständigen Ämter einfach so weitermachen: Als Türöffner wurde nun für Ahaus die Verlängerung der Zwischenlagerung von schwach- und mittelradioaktivem Müll bis zum Jahr 2057 beantragt. Wir brauchen stattdessen ein neues und sicheres Konzept für die Langzeit-Zwischenlagerung“, so Liebermann weiter. (PM)

Rede Marita Boslar: Ahaus-Demo 9. März

AntiAtom-Demo in Ahaus am 9. März 2019 im Livestream


AntiAtom-Demo in Ahaus am 9. März 2019 im Livestream ab 12 Uhr
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Demonstration am Samstag in Ahaus: Auch Trecker werden rollen!

Atommüllzwischenlager dürfen keine Endloslager werden!

Mit einer überregionalen Demo in Ahaus wird Samstag, 9.3.2019, gegen die ab 2019 geplanten Atommüll-Transporte aus Garching und Jülich protestiert. Zugleich wenden sich die veranstaltenden Organisationen gegen die drohende Umwandlung der Zwischenlager in Endloslager.
Auch Landwirte aus Ahaus und Umgebung werden sich am Samstag an der Demonstration eines breiten Trägerkreises beteiligen: Um 12 Uhr werden sie mit Traktoren zur Auftaktkundgebung vor dem Ahauser Bahnhof anrollen und danach den Demo-Zug durch die Ahauser Innenstadt anführen. Außerdem wollen die Anti-Atomkraft-Initiativen auch an die Katastrophe von Fukushima erinnern, die vor acht Jahren einmal mehr verdeutlich hat, dass die mit der Nutzung der Atomenergie verbundenen Risiken nicht beherrschbar sind.

Die Genehmigungen für „Zwischen“-Lager und Castor-Behälter sind auf jeweils 40 Jahre begrenzt, in Ahaus enden sie 2036. Eine Lösung zur sicheren Entsorgung von Atommüll wird es bis dahin nicht geben. Für eine „Dauer-Zwischenlagerung“ sind aber weder die bestehenden Gebäude noch die Behälter ausgelegt. Sie entsprechen schon jetzt nicht mehr dem Stand von Wissenschaft und Technik. Die Bundesregierung und die zuständigen Ämter wollen jedoch einfach so weitermachen: Als erstes wurde nun für Ahaus die Verlängerung der Zwischenlagerung von schwach- und mittelradioaktivem Müll bis zum Jahr 2057 beantragt.

Aus dem Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München sollen ab diesem Jahr Brennelemente mit hochangereichertem und damit waffenfähigem Material (87 Prozent U235) nach Ahaus kommen.
Bei den 152 Castoren aus Jülich sind weder der Zustand der Brennelemente, noch der genaue Inhalt dokumentiert. Die Variante eines neuen, möglichst sicheren Zwischenlagers in Jülich wird vom Forschungszentrum Jülich und den zuständigen Ministerien torpediert, da die Zusage für ein bereits untersuchtes Grundstück nach mehr als sechs Jahren zurückgezogen wurde. „Das Forschungszentrum Jülich tut alles, um seine Verantwortung für den dort produzierten Atommüll los zu werden – und die zuständigen Forschungs- und Umweltministerien lassen sie dabei gewähren“, empört sich Hartmut Liebermann von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“.

Auf den Kundgebungen vor dem Bahnhof und zum Abschluss am Rathaus gibt es neueste Informationen aus München und Jülich. Gerd Schinkel, der bereits im Hambacher Wald und am Lingener AKW Protest-Songs spielte, wird neben anderen Musikgruppen für gute Stimmung sorgen.
(PM)
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Urenco vervierfacht Urananreicherungsgrad

· RWE, EON und Bundesregierung billigen Ausbau des Atomsektors

· Wettlauf in den USA um zivil-militärische Atom-Renaissance

· Uran-Firma in Jülich an Entwicklung und Bau beteiligt?

Der deutsch-niederländisch-britische Urananreicherer Urenco hat angekündigt, in der firmeneigenen Urananreicherungsanlage in New Mexico/USA Kapazitäten für eine Vervierfachung des bisherigen Urananreicherungsgrads für Brennelemente aufzubauen.
Zukünftig soll Uran 235 statt bislang maximal auf 5 Prozent auf bis zu 19,75 Prozent angereichert werden.

Für die Entwicklung der entsprechenden Zentrifugen würde die zentrale Urenco-Techniktochter ETC (Enrichment Technology Company) neben dem Forschungszentrum in Jülich eingesetzt werden.
Als mögliche Kunden führt Urenco „fortgeschrittene Reaktortypen“ sowie Forschungsreaktoren an, aber auch die von Urenco geplanten eigenen U-Batterie-Atomreaktoren.
Konkretes Interesse an dem deutlich höher angereicherten Uran hat in den USA vor wenigen Wochen ausgerechnet das US-Verteidigungsministerium geäußert, das kleine mobile Reaktoren für „rapid response scenarios“ bauen möchte.

Mit der Ankündigung von Urenco setzen sich die deutschen Miteigentümer RWE und EON sowie die Aufsicht führende Bundesregierung klar für einen gefährlichen Ausbau des Atomsektors ein. Das neue Produkt „HALEU“ (high assay low-enriched uranium) kommt extrem nahe an die 20 Prozent-Grenze bei der Urananreicherung. Darüber gilt Uran als hochangereichert und waffenfähig.

Atompolitische Sicherheitsbarrieren werden durchbrochen

„Der Urananreicherer Urenco, seine deutschen Miteigentümer RWE und EON sowie die Bundesregierung durchbrechen bei der Urananreicherung eine sicherheitspolitische Barriere – just zu einer Zeit, wo in den USA und in Europa eine neue atomare Aufrüstung droht. Öffentlich verkünden die Bundesregierung, aber auch RWE und EON, aus der Atomenergie aussteigen zu wollen, doch nun offenbart sich der Einstieg in eine völlig neue zivil-militärische Dimension der Urananreicherung. In den USA gibt es bereits jetzt einen Wettlauf auf dem HALEU-Sektor zwischen Urenco und dem US-Konkurrenten Centrus Energy um neue Kunden“, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

„Urenco wird in den USA schon seit Jahren mit der Belieferung von Reaktoren in Zusammenhang gebracht, die Tritium für den Einsatz in Atomwaffen herstellen. Bislang galt die 5 Prozent-Grenze bei der Urananreicherung als Beleg für die rein zivile Nutzung – warum soll dies jetzt nicht mehr gelten? Wie kann die Bundesregierung einen derart dramatischen Kursschwenk bei Urenco billigen? Und welche Garantien gibt es, dass die neue 19,75 Prozent-Grenze in ein paar Jahren nicht auch gekippt wird, weil die Begehrlichkeiten zu groß werden? Die Gefahr der Proliferation schätze ich aus friedenspolitischer Sicht als sehr hoch ein“, so Dr. Angelika Claussen von der Ärzteorganisation und Friedensnobelpreisträgerin IPPNW.

Zentrifugenfirma in Jülich und Urananreicherungsanlage Gronau beteiligt?

„Auch die deutschen Standorte zur Urananreicherung und Zentrifugenherstellung werden direkt und indirekt von der Vervierfachung des Urananreicherungsgrads betroffen sein.
In Jülich befindet sich bei ETC das technologische Zentrum der Zentrifugenherstellung für Urenco und die französische Partnerfirma Orano.
Und von Urenco in Gronau angereichertes Uran kann in der US-Anreicherungsanlage in New Mexico dann womöglich zu HALEU weiter angereichert werden – hier werden viele der bisherigen Sicherheitsschranken durchbrochen“, ergänzte Kerstin Rudek von der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg.
(PM)
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